Fantreffen 2019

Der ckr-Fanblog hat eine längere Frühlings-/Sommer-/Herbstpause eingelegt. Grund dafür war nicht nur Schreibfaulheit, sondern auch die Tatsache, dass Chrigel seit dem Dragons Back Race läuferisch keine Grosstaten vollbracht hat.

Nach dem Dragons Back Race in Wales wären der Start am Städtlilauf und dem Berlin-Marathon angedacht gewesen. Nach dem mehrtägigen Ultramarathon und der zwangsläufig notwendigen, längeren Erholungsphase war Chrigels Einstieg ins Training für den Berlin Marathon zuerst harzig und als sich dann endlich der Flow einzustellen schien, sendete die Hüfte unerfreuliche Signale, welche dazu führten, dass er am Städtlilauf ’nur‘ als Ehrenstarter und am Berlin-Marathon gar nicht anzutreffen war.

Am Samstag vor einer Woche fand das jährliche Treffen des ckr-Fanclubs wie 2018 im Restaurant Sonne in Rüti statt. Wie üblich liess Adrian/Chäser ckr’s Saison in prägnanten, nicht immer ganz jugendfreien Worten noch einmal Revue passieren. Besonders genüsslich wurde darauf verwiesen, dass Chrigel an der Sola-Stafette zwar seine Etappe gewonnen, das Team des TVO’s wegen des Bändeli-Skandals aber disqualifiziert und ohnehin nur Zweiter geworden wäre, hinter den Brownschen…

Nach Adis Rückblick auf die vergangene Saison schilderte Chrigel die Hochs und Tiefs, wie er sie am Dragons Back Race erlebt hat. Im Gegensatz zur dritten Etappe des Dragons Back Race, in der er während 70 Kilometern ein Treffen mit dem Hammermann hatte, werden ckr künftige, normale Marathon-Krisen höchstens ein Kipchoge-Lächeln abgewinnen. Die Termine der Saison 2020 sind noch nicht fixiert. Möglich ist ein Start am Zürich-Marathon. Fixpunkte werden wie immer die Sola-Stafette und der Städtlilauf sein. Ebenfalls vorgesehen ist Chrigels erster Start am New York Marathon, wo er als Laufexperte das Team von Albis Reisen verstärken würde.

Das Thema des Abends war natürlich das Dragons Back Race, welches ckr mit Rats bewältigte. Dieser nahm die aus einem bestimmten Grund erschwerte Reise aus dem Rheintal auf sich und beehrte die Fanschar zumindest während des Rückblickes mit seiner Anwesenheit, bevor er sich zu einer weiteren Samstagabendveranstaltung seiner zweiten grossen Leidenschaft, den Falcons MC, aufmachte. Als Finisherpreis wurde den erfolgreichen Absolventen des Dragons Back Race ein kleiner, metallener Drache überreicht. Rats befand, dass Chrigel einen richtigen Drachen braucht, der nach suva-konformem Transport durch Papa Kreienbühl von jetzt an die Kreienbühlsche Drachenhöhle (hoffe, ich kriege keine Schläge von Valentina) bewacht.

Am kommenden Sonntag tut sich sportlich wieder etwas bei ckr. Er startet am Halbmarathon in Mailand: 21.1 km, flache Strecke, kein Hauseckenrennen, die Siegerzeit 2018 war 1:06:05. Das schreit nach Sieg und PB:-) Attakovic, Chrigel!

Hier noch ein paar Fotos vom Fanclubabend (M. Kreienbühl) und von den Drachen (ckr).

 

Jetzt sprechen die Drachenreiter

Nach fünf Tagen in der walisischen Zeitmaschine sind Chrigel und Rats wieder in der Gegenwart aufgetaucht und haben sich ausführlich zu ihren Eindrücken der vergangenen Woche geäussert. Der Fanblog bedankt sich dafür, gibt ihre Schilderungen im folgenden 1:1 wieder und kann damit die GPS-Tracker- und Ranglisten-Hellseherei beenden 🙂

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Rats:

„Jetzt bin auch ich wieder in der Zivilisation angekommen. Vielen Dank für die tolle Unterstützung und Glückwünsche. Es hat mich sehr gefreut, eure Nachrichten im Nachhinein zu lesen. Das Rennen war brutal hart und ich werde garantiert nie wieder so ein Rennen bestreiten. Der erste Tag war mehr als grenzwertig. Wir kletterten ungesichert über drei Berge wo jeder normale in einer Seilschaft gesichert gehen würde. Wir waren aber im Rennmodus und ein zurück gab es nicht. Die nächsten vier Tage waren dann zum Glück anderes Gelände. Immer auf und ab, Kreuz und quer und wieder mal zurück weil man sich verlaufen hat. In der Nacht war es verdammt kalt und alles immer feucht. Am Buffet habe ich mich in den fünf Tagen zwei mal bedient. Das essen war wirklich 💩. Dass ich fünf Tage nicht geduscht habe, hat nur Chrigl gestört 😁 er hat mich aber trotzdem bei meinen Zielankünften super unterstützt, damit ich schnell zum liegen komme, da ich wegen meines Tempos auch immer als erster früh starten musste um die Zeitlimiten einzuh…

Wurde beim schreiben unterbrochen, da wir nach sechs Tagen mal richtig essen gehen wollten. Ging leider in die Hosen. Kurz und bündig mache ich jetzt Schluss mit schreiben. Natürlich erzähle ich jedem der Intresse hat meine Erlebnisse und Eindrücke vom Dragon Race persönlich. Gebe auch jedem Tips gratis, der mal starten möchte, aber wie gesagt, ich mache nie wieder mit.

Möchte noch was zu der Leistung von Chrigl sagen. Wen man bedenkt, dass er noch nie mehr als einen Stadt Marathon gelaufen ist, geht es schon unter ein großes Wunder, dass er die Ziellinie gesehen hat. Hut ab Meister, alle Achtung 🤘“

ckr:

„Danke Rats! Deine Erfahrung hat uns beide ins Ziel gebracht.

Schwierig, die 5 Tage des Rennens in wenige Worte zu fassen. Einfacher in einem Wort: Höllenritt 🐲.

Sonst hat mir vor allem die abwechslungsreiche Strecke (Natur, Wetter, Landschaft, etc.) extrem gut gefallen. Ich glaube die Zeitverschiebung in Wales beträgt nicht nur 1h, sondern 50-100 Jahre… Aber dass wir uns – ausser ein paar geschwollenen Füssen und ein paar Kratzer – keine ernsthafte Verletzung (Knochenbrüche) zugezogen haben, grenzt an ein Wunder. Und dass ich am Mittwoch an meine Grenzen gekommen bin – natürlich nur, weil ich für einmal nicht auf den alten Hasen hören wollte – ist im Nachhinein irgendwie auch eine wertvolle Erfahrung…

Was leider etwas zu kurz kam, war die Zeit vor und nach der Tagesetappe. Sich zusammen ruhig hinsetzen und quatschen lag selten drin – zu sehr waren wir gehetzt vom Packen, Essen, Zelt einrichten, „Duschen“, und vom Druck der anspruchsvollen Cut-Off Zeiten in Kombination mit Monster-Strecken, die 9-12h vollste Konzentration erforderten.

Um so mehr gilt hervorzuheben, dass wir natürlich nicht nur beim Lauf einiges erlebt haben, sondern vor allem auch beim Reisen vor und nach dem Rennen. Dies war für mich das eigentliche Highlight der Woche.

Vielen herzlichen Dank Euch allen für’s Mitfiebern! Unsere Telefone sind nach 5 Tage praktisch durchgehend ohne Empfang (wie gesagt: 50-100 Jahre Rückstand – aber tut auch mal gut!) dank Euch explodiert. Dieser Chat-Verlauf bleibt auf jeden Fall eine tolle Erinnerung!

Spezieller Dank gilt natürlich Fredi für den professionellen Live-Ticker auf http://www.ckrfanclub.ch und an unseren zuverlässigen Supporter vor Ort: Bruno.

So, wir müssen bald los, um mit unseren 2 Drachen nach Zürich zu fliegen…“

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Danke, dass ihr die ‚Spinnerei‘ auf euch genommen und uns mit auf die Reise genommen habt!

In Rats Ausführungen ist mehrmals zu lesen, dass dies das erste und letzte Mal war. ckr hat sich dahin gehend nicht so explizit geäussert. Aber vielleicht ist das ja wie nach einer Nacht mit zu viel Alkohol, nach der man sich schwört, nie wieder zu trinken 🙂

 

 

The Dragon’s Back Race 2019

 

Es ist geschafft!!!

Tag 5 (Freitag, 24. Mai, 63.4 km, 1954 HM)

Das Leiden hat ein Ende, unsere beiden Helden Rats und Chrigel haben das Dragon’s Back Race 2019 erfolgreich abgeschlossen und die wahnwitzige Distanz von 315 km in 5 Tagen zurückgelegt.

Chrigel hat in der heutigen Etappe in 8:39:23 auf dem 38. Rang gefinisht, was ihn in der Schluss-Gesamtrangliste auf den 35. Rang bringt. Rats hat das Ziel heute nach 13:36:36 auf dem 206. Platz erreicht. In der Schlussrangliste belegt er aktuell den 198. Rang.

Der ckr-Fanblog gratuliert euch beiden Total-Verrückten und wünscht euch gute Erholung bei guter Speise und sicher auch etwas Trank 🙂

Wir melden uns wieder, wenn es erstes Feedback der Protagonisten gibt.

Morning Update 7:00

Am Dragons‘ Back Race verdient sich Rats den Pokal für atomuhrgetaktetes Laufen. Nach verhaltenem Start mit dem 302. Abschnittsrang platzierte er sich auf den Rängen 228, 232 und 227 und liegt vor der letzten Etappe auf dem 229. Gesamtrang.

Von Rats und Chrigel haben wir gestern nicht mehr gehört. Rats ist bereits wieder auf der Strecke, ckr wird ihm sicher bald folgen.

Wir wünschen den beiden viel Erfolg auf der letzten Etappe und hoffen, dass Chrigel sich auch am letzten Tag noch an der schönen Umgebung erfreuen kann 🙂

Tag 4 (Donnerstag, 23. Mai, 67 km, 2143 HM)

Die heutige Etappe war aus der Ferne schwierig zu verfolgen: auf dem letzten Drittel der Strecke konnten die GPS-Daten nicht versendet werden und so wusste man nie genau, wer sich wo befindet. Chrigel war irgendwann nach 18 Uhr im Ziel. Eine Tagesrangliste ist noch nicht verfügbar. Die Gesamtrangliste war bereits kurz aufgeschaltet, ist nun aber wieder offline. ckr soll den heutigen Abschnitt um Rang 50 beendet haben und liegt nun auf dem 37. Gesamtrang. Folglich scheint er sich von der gestrigen Tortur etwas erholt zu haben. Wir gratulieren 🙂 Rats ist noch auf der Strecke, wird aber sicher auch bald im Ziel eintreffen.

Wir warten, bis das Dragon’s Back Race Signale aus dem walisischen schwarzen Loch sendet und melden uns morgen früh zum Start der Finalen Etappe wieder.

Morning Update 7:00

Rats ist gestern nach 15:04:53 h auf dem 232. Etappenrang eingelaufen und befindet sich nun auf dem 239. Zwischenrang. Weiter Infos haben wir von ihm nicht, dem Verpflegungskonzept mit Bier-Stopp ist er treu geblieben und das scheint sich nicht nachteilig auszuwirken 🙂

Von Chrigel war noch zu hören, dass es grösste Probleme mit dem Energiehaushalt hatte und sich während des ganzen Tages nicht vernünftig verpflegen konnte. Nicht die besten Voraussetzungen für einen Lauf über 70 km.  An einem seiner ersten Marathons in Luzern ist er nach ca. 35 km in ‚die Wand‘ gelaufen. Gestern dauerte der Lauf gegen die Mauer 70 km…

Wir hoffen, dass unsere beiden Athleten eine gute Nacht hatten, sich so weit wie möglich erholt haben und wünschen viel Erfolg auf dem heutigen Abschnitt, der zwar etwa gleich lang ist, aber ein etwas ‚einfacheres‘ Streckenprofil hat.

Tag 3 (Mittwoch, 22. Mai, 69 km, 3341 HM)

Der dritte Tag mit der Königsetappe brachte die grosse Zäsur. Leider hat es Chrigel erwischt und wir müssen unsere Ansprüche und Hoffnungen von „Angriff auf die Top-10“ zum olympischen Gedanken und „dabei sein und dabei bleiben ist alles“ redimensionieren.

Aber der Reihe nach: bereits Chrigels Nachricht heute Morgen, dass seine Oberschenkel nur noch Kater, nicht mehr Muskel seien, liess nicht das Allerbeste erhoffen. Laut ckr sind die unzähligen Bergab-Passagen das grösste Problem. Vielleicht ahnte Chrigel schon am Morgen, dass es hart werden könnte. Er startete jedenfalls schon vor 8:00 Ortszeit, obwohl das Zeitfenster für den Start bis 9:00 offen stand.

Die Abschnittszeiten und -ränge sind noch nicht verfügbar. In der Tageswertung belegt ckr in 12:01:14 den 69. Rang, in der Gesamtwertung liegt er nun auf Rang 34. Die Liste der DNF ist in der Tagesrangliste beinahe so lang wie diejenige der Klassierten! Deshalb ein grosses Bravo an dich als Ultramarathon-Novizen, Chrigel. Wir wünschen dir gute Erholung mit geniessbarem Essen und erwarten dich morgen zum Start an Tag 4 in der walisischen Hölle.

Zum jetzigen Zeitpunkt ist Rats noch unterwegs. Er hat noch etwa 6.5 km zu bewältigen. Gogogo Rats, bring die Königsetappe ins Trockene!!

Early Morning Update 6:00

Nach der gestrigen Etappe hat Rats sich vom 302. auf den 259. Rang Overall verbessert. Das lag an seinem starken Lauf und der wohl ab jetzt ständig wachsenden Zahl von DNF’s. Wir hoffen, dass beides so bleibt.

Von ckr war noch zu hören, dass die Übernachtungen im Zelt super seien und dass die Oberschenkel nur noch Kater und keine Muskeln mehr seien…

Heute steht die Königsetappe über knapp 70 km mit wiederum ganz vielen Höhenmetern an.

Rats wird sich im gestaffelten Start sicher bald auf den Weg machen.

Tag 2 (Dienstag, 21. Mai, 55.4 km, 3042 HM)

Evening Update 21:30

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Vor kurzem hat Rats das Ziel erreicht. Er ist den Abschnitt heute schneller gelaufen als die kürzere gestrige Strecke. Das Gesamtklassement hat aktuell noch keine grosse Aussagekraft, aber er wird sich sicher deutlich verbessern.

Chrigel hat sich auch noch zu Wort gemeldet. Sinngemäss: „es ist brutal hart, die Oberschenkel schmerzen und krampfen, vor allem bergab. Heute bin ich zu schnell gestartet, hat sich jemandem angehänt. Man isst fortwähren bis es einem schlecht wird und muss dann noch weiterfuttern. Es sei aber insgesamt cool, wunderschöne Landschaften“

Die Luft reicht noch fürs Sightseeen, wir sind zuversichtlich und erwarten gespannt Tag 3. Gute Nacht 🙂

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ckr hat die heutigen 55 km in 9:29:36 h gelaufen und den 14. Etappenrang realisiert. Die Abschnittsplatzierungen waren wieder recht regelmässig, vor allem mit keinen Ausreissern nach unten. In der Gesamtwertung liegt Chrigel aktuell auf dem 11. Rang. Zwei, welche gestern noch hinter ihm lagen, sind vorbeigezogen aber vor allem haben vier Konkurrenten heute bereits zünftig Federn gelassen. Der Führende hat schon ein stattliches Polster, rund um ckr sind alle noch sehr nahe beieinander. Wir hoffen, das er seine Uhrwerk-Pace, wie wir sie von seinen Marathons kennen, auch beim Dragon’s Back halten kann.

Um die Mittagszeit gelang es den Supportern vor Ort, Rats und Chrigel kurz zu treffen. Für ihn nicht ganz untypisch, gönnte Rats sich ein Bier, Chrigel hielt nur kurz inne bevor seine Jagd auf die Top-10 weiterging.

In welcher Verfassung sich ckr und Rats aktuell befinden, wissen wir nicht. Chrigel freut sich aber bestimmt schon auf seine bevorzugte Art der Nächtigung im Zelt 🙂 Rats hat aktuell noch ca. 7 km zurückzulegen und wird wohl etwa zur ähnlichen Zeit wie gestern im Ziel eintreffen.

Morgenupdate 21. Mai

Rats hat gestern das Ziel in 14:08:58 h um etwa 21 Uhr als 302. erreicht und sollte damit noch zu einer guten Mütze Schlaf gekommen sein. Wir hoffen, der Untergrund im Zeltcamp war nicht so felsig wie während des Laufs und drücken die Daumen für den heutigen Tag.

Auf dem Programm stehen 55.4 km mit 3‘040 Höhenmetern, gestartet wird wieder um 7:00.

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Chrigel mit Erholungs-Vorsprung

Tag 1 (Montag, 20. Mai, 49.2 km, 3560 HM)

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Heute Morgen um 7:00 Ortszeit ist der Startschuss zum Dragon’s Back Race 2019 gefallen.

Ursprünglich sollen Rats und Chrigel geplant haben, am Anfang gemeinsam zu laufen. Wir vermuten, dass Rats Chrigel schon nach kurzer Zeit davonjagte um dessen Chancen auf eine Top-Platzierung zu verbessern und selber in Ruhe laufen zu können.

Heute galt es, 49.2 km mit 3’560 Höhenmetern zu laufen. Chrigel finishte auf dem starken 13. Rang Overall in 9:10:47 h. Das ergibt eine Pace von gut 11 min/km!! Man kann sich kaum vorstellen, welche Hindernisse da den Läufern von den Organisatoren in den Weg gestellt wurden 🙂

Die Analyse der Abschnitte zeigt, dass ckr gemütlich startete, danach immer in den Top-30 mit einigen Ausrutschern nach oben (3. Abschnittszeit auf dem Weg zum CP10, der auf ziemlich direktem Weg von 350 auf über 900 müM führt).
Gegen Ende wurde Chrigel etwas langsamer, die Länge und das Höhenprofil der Strecke scheinen ihren Tribut gefordert zu haben.

Rats ist aktuell noch unterwegs und dürfte das Ziel in etwa 2 h erreichen.

Über weitere Infos verfügen wir leider nicht. Den mitgereisten Betreuern ist das Betreten des Camps verboten. Die Athleten übernachten in ihrer Zeltstadt und leben wie die Mönche ziemlich offline. Es gibt einzig Dragon-Mail (mit dem Hinweis, man solle nichts zu Privates schreiben, weil jedermann mitliest). Mal sehen, ob wir von Chrigel noch was hören.

Gute Erholung und bis morgen.

 

Auf ins Abenteuer

Vor einer Woche ist Christian in Strasbourg den Halbmarathon gelaufen. Der nicht sonderlich schnelle Kurs (O-Ton ckr: „Huuseggerennä,  der Städtlilauf ist eine F1-Piste dagegen“) und das an der Spitze nicht breit besetzte Feld – Chrigel lief meistens alleine – liessen keine schnellere Zeit als 1:06:55 zu, ckr finishte auf dem 5. Rang Overall. In diesem Rennen ging es hauptsächlich darum, auf einer längeren Wettkampfstrecke wieder einmal etwas Wettkampfpraxis zu sammeln.

Die in Strasbourg gewonnen Erkenntnisse, besonders hinsichtlich der Renntaktik, werden für ckr in der nächsten Woche keine grosse Relevanz haben. Dann gibt er sein Debut im Ultra-Marathon Business. Er tut dies aber ich an irgendeiner popeligen Eintagesveranstaltung sondern am Dragon’s Back Race in Wales.

Schon die Eckdaten lassen einen erschaudern: zu bewältigen ist unterteilt in 5 Etappen die Distanz von315 km, garniert mit 15’500 Höhenmetern im hügelig/bergigen Gelände von Wales. Die Etappen haben eine Länge zwischen 52 und 71 km. Wenn sie etwas kürzer sind, gibts dafür mehr Höhenmeter: pro Tag sind davon zwischen 2’200 und 3’800 abzukraxeln. Und als wäre das alles noch nicht genug, besteht ein Grossteil der Strecke aus Trails und etwa ein Fünftel des Weges muss in freiem Gelände, vom Veranstalter einfach als ‚trackless‘ bezeichnet, gesucht und hoffentlich gefunden werden.

Der geneigte Leser fragt sich vielleicht, wie der ambitionierte Olympiaathlet ckr zum Dragon’s Back Race kommt. Die Kurzversion: fällt der Polterabend von Chrigel mit dem 50sten Geburtstag seines Freundes und Ultraläufers Rats zusammen, gedeihen zu früher Morgenstunde die wildesten Ideen. Im Unterschied zu den Bierideen der meisten Leute, wurde diese aber mit ckr-typischer Akribie angegangen und wir sind sicher, dass das Dragon’s Back Race ein voller Erfolg wird.

Der Start zum grossen Abenteuer ist morgen Montag um 7:00.

pob lwc, Manne 🙂

Das Live-Tracking des Rennens ist hier zu finden: http://live.opentracking.co.uk/dragonsb19/

Stürmische Sola

An der Sola 2019 hatte man am Start noch recht milde Temperaturen, zuweilen gar etwas Sonne, danach Regen, Hagel und später am Abend auch noch Schnee. Abgesehen vom Wetter gibt es vom letzten Samstag weitere Stürme zu vermelden.

Das Wunschszenario des ckr-Fanblog-Schreiberlings wäre beinahe Tatsache geworden: nicht ganz unerwartet lief Chrigel die 10.5 km der 6. Etappe von Buchlern nach Hönggerberg in 32:28 min mit einer Pace von 3:05 min/km und einem Vorsprung auf den Zweitplatzierten von fast 3 min souverän nach Hause und baute damit den Vormittags-Vorsprung des Teams TV Oerlikon 1 auf die Brownschen Spaziergänger XXXS deutlich aus. Am Nachmittag spielten die Brownschen ihre Asse, konnten die Führung zurückerobern und finishten an der Sola zum 25-jährigen Teamcaptain-Jubiläum von Roger Kaufmann zum vierten mal in der Teamgeschichte als Sola-Gesamtsieger.

Um die Mittagszeit herum wurde bekannt, dass vom Sola-OK die Disqualifikation des TVO 1 diskutiert wurde, weil das Team am Vormittag ohne Stafettenbändel unterwegs war. Am frühen Nachmittag wurde daraus leider Gewissheit und die Disqualifikation bekannt gegeben. Man hatte den Eindruck, dass die Entscheidung von den Oerlikern recht gefasst entgegengenommen wurde. Das lag einerseits daran, dass es sich um einen Regelverstoss handelte, der mit Disqualifikation geahndet werden kann. Für die erfolgsverwöhnten TVO-Läufer ist am Ende ’nur‘ ein zweiter Rang und damit ein kleines Rössli verloren gegangen, was den Schmerz offensichtlich kleiner werden liess 🙂

Letzten Endes wurde entschieden, dass die Abschnittsbestzeiten der Oerliker in der Wertung bleiben und Chrigel damit seinen kleinen Gaul auch behalten darf. Folglich sind die Einzelzeiten des TVO’s korrekt, nicht aber deren Summe. Diese Logik können uns vielleicht die ASVZ-Gewaltigen erklären.

ckr’s Frühlingssaison geht am nächsten Sonntag mit dem Halbmarathon in Strassburg weiter. Der Fanblog spekuliert, dass Chrigel in der Lage sein wird, in einem kompetitiven Starterfeld auf einer flachen Strecke (beides nicht überprüft…) die Sola-Pace über den Halbmarathon zu halten und in etwa 1:05:10 finisht. Wir sind gespannt.

Saisonstart mit Hindernissen und Ausblick auf die Sola

Chrigels Karriere ist noch nicht zu Ende, das hat er am letztjährigen Fanclubtreffen durchblicken lassen, ohne sich auf die Ziele dieser Saison und der kommenden Jahre genauer festzulegen.

Diese Saison wollte ckr eigentlich mit der 10 km Strassen-SM in Uster und dem Halbmarathon in Berlin, beides ihm bestens bekannte Pflaster, eröffnen. Sehr hartnäckige, sich wiederholende Erkältungen haben den Start in Uster verhindert und wegen des Trainingsrückstandes hat er auch auf den Start in Berlin verzichtet. Als Ersatz für den schnellen Halbmarathon in Berlin wird er deshalb am 12. Mai in Strasbourg einen Halbmarathon bestreiten.

Chrigel war trotz der Absagen von Uster und Berlin nicht untätig, der Fanblog hat’s bloss verschlafen. Am 8. April hat er den Halbmarathon des Bündner Frühlingslaufes von Thusis nach Reichenau-Tamins bestritten und das Rennen in neuer Streckenrekordzeit gewonnen. Hier der ausführliche Bericht von tvsuedostschweiz.ch und für die des Romanisch mächtigen noch folgendes Radio-Zückerchen, immerhin spricht Chrigel Deutsch 🙂 Eine Woche nach seinem Einsatz im Bündnerland hat sich ckr spontan für den Start am Wiedlisbacher Waffenlauf in TAZ mit Packung entschieden. Am Wiedlisbacher starteten dieses Jahr erstmals die zivilen Läufer gemeinsam mit den Waffenläufern und Chrigel hat es geschafft, sämtliche Zivilisten hinter sich zu lassen. Der Fanblog bedankt sich für die zeitnahe Berichterstattung der Bernerzeitung.

Damit wäre der von Terminverschiebungen dominierte Saisonstart aufgearbeitet und wir können uns dem nächsten Highlight widmen: am 4. Mai findet in und rund um Zürich die Sola-Stafette statt. Mit dem TV Oerlikon wird Chrigel dann die Mission ‚Titelverteidigung‘ in Angriff nehmen. Die Vorzeichen dafür stehen nicht schlecht. Die running freaks, von welchen der TVO in den letzten Jahren am meisten gefordert wurde, werden 2019 nicht starten. Der Kampf wird dieses Jahr voraussichtlich mit den Brownschen Spaziergängern ausgefochten. Deren Teamcaptain Roger Kaufmann hat 2019 sein 25-jähriges Jubiläum als Teamchef, wird das Zepter danach übergeben und hat für das Schlussfeuerwerk eine sehr laufstarke Truppe um sich geschart. Als langjähriges Mitglied der Brownschen Spaziergänger und Schreiberling des ckr-Fanblogs schlagen in meiner Brust zwei Herzen. ckr soll das Pferdchen für die Streckenbestzeit abräumen und mit dem TVO auf dem Podest stehen, links oder rechts tut’s auch…

Wir sind gespannt, melden uns nach der Sola wieder und wünschen allen Bloglesern frohe Ostern.

 

ckr, was kommt noch?

Seit den Europameisterschaften in Berlin, an denen Chrigel wie gewohnt unter dem Motto „lass dich nicht vom Besenwagen überfahren und rolle dann das Feld von hinten auf“ lief und im Team mit dem Kambundji-Rang die Bronzemedaille leider knapp verpasste, haben sich sein Trainingsfleiss und die Schreibwut des Fanblogs auf ähnlichem Niveau bewegt. Das bedeutet: von uns hat man nichts gehört und ckr hat ein paar zähe Rennen bestritten.

Im Fall von Chrigel gibt es abgesehen davon, dass mit der EM die Saison praktisch schon beendet war, einen triftigen und höchst erfreulichen Grund, weshalb er es sportlich etwas gemächlicher angehen liess: am 12. Oktober erblickte Flurin das Licht der Welt. Damit hat der jüngste Kreienbühl die Startblöcke verlassen, beschränkt sich aber wohl vorerst darauf, die Lebens- und Trainingspläne von Valentina und Chrigel auf den Kopf zu stellen. Seinen ersten Waffenlauf hat Flurin aber bereits ‚bestritten’…

Damit soll noch kurz Chrigels Spätsommer- und Herbstsaison rekapituliert werden. Wie immer war ckr auch in diesem Jahr wieder am Altstätter Städtlilauf im Einsatz. In den letzten Jahren war Chrigel entweder Sieganwärter (vor seinen Starts am Berlin-Marathon) oder ist nicht gelaufen, hat sich als Ehrenstarter zur Verfügung und seine Ausdauer beim Feiern unter Beweis gestellt. Es war wohl die Kombination sehr warmer Bedingungen und eines knappen Monats Trainingspause, dass sich ckr mit über 2 min Rückstand auf seine Städtlilauf-PB auf dem für ihn untypischen 8. Rang wieder fand und im Ziel kundtat, dass es einfacher sei, in guter Form einen Marathon zu laufen als nach ausgedehntem Beine hochlagern an einem Backofen-Hausecken-Rennen teilzunehmen. Chrigel hatte erwartet, nicht um den Sieg mitlaufen zu können, seine Feierlaune blieb deshalb intakt.

Kurz nach seiner ersten Lebenswoche erlebte Flurin am 20. Oktober mit Papa Chrigel und den stolzen Grosseltern seinen ersten Waffenlauf. Den alljährlichen Einsatz an einem Waffenlauf hat ckr äusserst erfolgreich bestritten, ist die 10 Meilen des Burgdorfers in 1:01:30 h gelaufen und hat den Wettkampf mit über 2 min Vorsprung gewonnen.

Die Frage im Titel des Beitrags wird hoffentlich am nächsten Fanclubtreffen beantwortet, welches am kommenden Samstag in der Pizzeria Sonne in Rüti stattfindet. „The same procedure as every year“ treffen sich die Gold- und Silbermember des Fanclubs ab 18:00 zum Apéro mit darauf folgendem Jahresrückblick und Nachtessen.

 

 

Sonniger Sonntag in Berlin

Sommer, Sonne und Berlin-Marathon? Das passt nur scheinbar nicht zusammen. Schon knapp zwei Monate vor dem traditionellen Lauf im September finden diese Woche die Leichtathletik Europameisterschaften in Berlin statt. Heute Sonntag standen die Marathonläufe der Frauen und Männer auf dem Programm. Tadesse Abraham kann heute ausser seinem Geburtstag auch noch den Titel des Vize-Europameisters feiern, Martina Strähl wurde bei den Frauen mit neuer PB Siebte und Chrigel finishte in 2:19:00 deutlich in der ersten Ranglistenhälfte auf dem 27. Rang.

Im Rennen der Frauen, dessen Start um 9:05 Uhr erfolgte, zeigte sich Martina Strähl von Beginn an sehr präsent in der Spitzengruppen, deren Tempo von ihr bestimmt wurde. Im Verlauf des Rennens, welches unter immer heisser werdenden Bedingungen stattfand, büsste Martina etwas Boden auf die Spitze ein. Sie beendete das Rennen aber in der neuen PB von 2:28:07 h auf dem 7. Rang.

Das Rennen der Männer wurde vom Belgier Koen Naert mit neuem EM-Rekord in 2:09:51 gewonnen. Erster Verfolger war der Schweizer Teamleader Tade Abraham, der das Rennen gut 1’30 min später beendete. Er zeigte sich erfreut über die Silbermedaille, die er im Rennen gewann, welches für ihn schwierig zu laufen war, weil sich die ganze Konkurrenz ob seiner Favoritenrolle auf ihn konzetrierte und ihm den grössten Teil der Tempoarbeit überliess. Diese zu übernehmen war er bereit, weil er es nicht auf einen Endspurt ankommen lassen wollte.

Chrigel finishte in 2:19:00 h als zweitschnellster Schweizer auf dem 27. Rang. Sowohl Zeit als auch Rang sind bei den äusseren Bedingungen, welche herrschten, sehr beachtlich. Typisch für ckr’s Einsätze an Grossanlässen befand er sich kurz nach dem Start des Rennens in den hintersten Regionen des Starterfeldes und liess sich davon nicht wahnsinnig machen. Es entzieht sich unserer Kenntnis, ob dies vom Schweizer Team so abgemacht war, aber nach dem Start liefen alle Schweizer ausser Tade in der Gruppe um Langsamstarter und Mister „negative split“ Kreienbühl. Diesem Titel wurde Chrigel auch heute, bei immer höher werdenden Temperaturen, gerecht. Den Halbmarathon passierte er in ca. 1:10 h, die zweite Hälfte absolvierte er eine Minute schneller, rollte das Feld wie meistens von hinten auf und stiess in 2:19:00 noch in die erste Ranglistenhälfte, auf Rang 27. vor. Im Interview mit SRF zeigte sich Chrigel sehr zufrieden mit seinen Rennen und schwärmte von der tollen Stimmung, die auch wegen der vielen lautstarken Schweizer Fans mit ihren Kuglocken auf der Strecke herrschte.

Über den weiteren Verlauf des EM-Tages befragt, sagte ckr, dass er sich nun etwas ausruhe und am Abend noch mit Familie, Freunden und dem Fanclub feiern werde. SRF-Experte Viktor-Röthlin meinte draufhin, dass man als Athlet nach einer solchen Anstrengung vor allem müde sei und die Läufer heute wohl nur noch auf ihren Stühlen sitzen werden. Da kennt er Chrigel eher schlecht. „Wer schneller läuft kann länger feiern und die Lichter werden von ckr gelöscht“ charakterisiert Chrigels Tatendrang nach seinen Marathonläufen ziemlich gut.

Chrigel, vielen Dank, dass du diesen Sonntag für die anwesenden Fans zu einem besonderen Tag hast werden lassen und herzliche Gratulation zu einer weiteren sportlichen Höchstleistung. Die Fangemeinde ist gespannt, wie es mit dem Sportler Kreienbühl weitergehen wird. Das nächste, kurzfristige Ziel ist der Altstätter Städtlilauf am 8. September. Alle Jahre wieder, wir freuen uns darauf.

One week to go

Ab morgen finden in Berlin die Leichtathletik Europameisterschaften 2018 statt. Selbstverständlich werden diese auch vom ckr-Fanclub mit grossem Interesse verfolgt, wobei sich dessen Fokus auf den Marathon der Männer am nächsten Sonntag um 10:00 Uhr richtet, an welchem Chrigel das Projekt „Berlin 2018“ hoffentlich mit einem weiteren Höhepunkt in der Chronik seiner Einsätze an Grossanlässen abschliessen wird.

Begründet durch die vergangenen zwei Auftritte der Schweizer Langstreckenläufer an kontinentalen Meisterschaften in Zürich 2014 und Amsterdam 2016 liegt die Latte hoch und sind die Erwartungen des Fanclubs dem entsprechend.  Zur Erinnerung: in Zürich 2014 finishte ckr als 3. Schweizer hinter Vik und Tade in einer Zeit von 2:18:36 und brachte nach grossartiger Vorarbeit der beiden Teamcaptains mit seinem fulminanten Finish die Bronzemedaille ins Trockene. An der EM 2016 errang er im Halbmarathon mit dem Schweizer-Team gar die Goldmedaille, was das kleine Manko des für ihn nicht optimal verlaufenen Wettkampfes mehr als wettmachte.

Zeit also, um vorauszuschauen. Teamleader Tade, dem grosse Chancen auf den Europameistertitel ausgerechnet werden und Chrigel mit seiner grossen Erfahrung speziell an Wettkämpfen bei Grossanlässen sind mindestens die halbe Miete für ein weiteres hervorragendes Teamresultat. Gemäss messerscharfer Analyse von Valentina, Gemahlin sowie Head- und Lifecoach (sorry Rubén 🙂 ) von Chrigel sind gemäss Papierform die Teams aus Frankreich, Spanien, Italien und Polen stärker einzuschätzen als die Schweizer. Weil die Italiener allerdings nur mit 3 Läufern am Start und die Temperaturen wohl bis nächste Woche sehr hoch sein werden, ist durchaus damit zu rechnen, dass der eine oder andere die Segel wird streichen müssen. Die Polen waren bereits in Zürich über lange Strecken des Rennens sehr ambitioniert unterwegs, fielen am Ende aber ausser Rang und Traktanden.

Folglich liebäugelt der ckr-Fanclub schon mit einer Medaille.

Alles blickt nach London…

Am heutigen Tag dreht sich mit Blick auf das Royal-Wedding die ganze Welt um London. Auch ckr ist aktuell in der Stadt an der Themse, wird seine Runden allerdings nicht an besagter Feier, sondern anlässlich der Night of the 10’000m PB’s auf der Leichtathletikbahn drehen.

An diesem Anlass wird in diesem Jahr auch der European 10’000m Cup mit Beteiligung einer Schweizer Delegation ausgetragen. Während des ganzen Tages werden (abgesehen von Schülerrennen am Nachmittag) ausschliesslich Rennen über 10’000 m ausgetragen, Chrigels Start wird in der B-Serie der Männer um 20:45 CH-Zeit sein. In diesem Rennen wird sich ckr mit seinem EM-Konkurrenten/Kollegen Patrik Wägeli messen. Die Vorzeichen sind nicht schlecht, dass Chrigel im hochklassigen Starterfeld in der Lage sein könnte, in den Bereich seiner PB (29:44.57 aus dem Jahr 2013) vorzustossen. Gogogo Chrigel!

Hier sollte das Rennen im Stream übertragen werden.

 

Blick zurück und voraus

Einen Tag nach Christians erfolgreichem Lauf in Barcelona werfen wir mit einigen seiner persönlichen Eindrücke und Infos einen Blick zurück und verraten unseren Lesern, was bei ihm in nächster Zeit ansteht.

Chrigels 1:04:45 und ganz besonders die Traumzeit 1:00:09 h von Julien Wanders lassen nicht darauf schliessen, aber in Barcelona herrschten gestern nicht absolut perfekte Bedingungen. Die Temperaturen waren ideal, je nach Richtung der Geraden war es aber doch recht windig. Christian erwischte eine Gruppe, von deren Tempo er profitieren konnte und zwischendurch auch bereit war, Führungsarbeit zu verrichten.

Seit seinem Olympialimiten-Lauf 2015 in Berlin sind wir zeitliche Punktlandungen von ckr gewohnt. Dies hat er in Barcelona ein weiteres mal bewiesen und vollends auf die Spitze getrieben: die Limite von 1:03:45, welche ihn zur Teilnahme an der Halbmarathon-WM in Valencia berechtigt hätte, hat er um genau eine Minute verpasst. Die Limite von 1:04:45, die ihn voraussichtlich für zwei weitere Jahre zum Swiss Starter machen wird, hat er jedoch auf die Sekunde genau erreicht. Nach dem Zieleinlauf befürchtete Christian zuerst, er hätte die geforderte Zeit um eine Sekunde verpasst. Dass Kreienbühl Limiten nicht um eine Sekunde verpasst, sollte Chrigel eigentlich wissen 🙂

Alter Kreienbühl Familientradition folgend (Vater Fridolin ist seit 1993 Kronrat), wird Chrigel am nächsten Wochenende in Begleitung der männlichen Vorstandsmitglieder des ckr-Fanclubs und weiterer Freunde am Bierkommers der Hilaria Rüti erwartet. Sportlich geht es dann am 24. März in Valencia weiter, wenn er gemeinsam mit Adi Lehmann und Andreas Kempf als „Volksläufer“ im Rennen der Halbmarathon-Weltmeisterschaften starten wird und im hochklassigen Starterfeld  auf der schnellen Strecke hoffentlich einen Angriff auf seine Halbmarathon-PB starten und seine Ambitionen auf die Teilnahme an der EM in Berlin unterstreichen kann .

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ckr mit zwei weiteren erfolgreichen Schweizern: Patrik Wägeli in 1:04:51 und Armin Flückiger mit 1:08:58

 

Halbmarathon Barcelona

Heute Morgen fand in Barcelona der Halbmarathon statt. An der Stätte seiner Halbmarathon-PB (1:04:21 in 2016) startete Chrigel ins EM-Jahr 2018. Im Rennen, in dem Julien Wanders als Gesamtzweiter einen sensationellen, neuen Schweizerrekord von 1:00:09 aufstellte, finishte Christian als 20. in 1:04:45.

Diese Zeit, welche nur gut 20 Sekunden über seiner PB liegt, ist umso bemerkenswerter, wenn man Chrigels unmittelbare Vorbereitungsphase für diesen Wettkampf kennt. Im letzten Jahr hat er auf Grund anhaltender Probleme mit der Achillessehne einen grossen Teil seines Wintertrainings auf den Langlaufskiern absolviert. Dieses Jahr blieb er glücklicherweise von Verletzungen verschont, hat aber wiederum viel Zeit im Engadin verbracht und viele km auf den Skiern abgespult. Natürlich war ckr auch oft in den Laufschuhen unterwegs. Die herrschenden Schneeverhältnisse machten aber vor allem die wettkampfspezifischen Tempoeinheiten zu einer grossen Herausforderung.

Unter diesen Voraussetzungen war Chrigel über seinen Lauf-Formstand vor dem Wettkampf etwas im Unklaren und die Erwartungen entsprechend gering. Besonders erstaunlich ist die Regelmässigkeit, in der ckr den Halbmarathon gelaufen ist: ein Kilometer wie der andere und ganz am Ende noch die gewohnte Steigerung (Strava-Check folgt später, die Aussagen basieren auf den 5 km Abschnittszeiten des Veranstalters).

Den Weg in Richtung Berlin hast du erfolgreich beschritten, herzliche Gratulation Chrigel!

Nach dem Fanclubtreffen ist vor dem Silvesterlauf

Der ckr Fanblog meldet sich nach überstandener erster Winterschockstarre mit einem kurzen Rückblick auf das Fanclubtreffen, welches bereits vor zwei Wochen stattgefunden hat und gerade noch rechtzeitig mit dem Ausblick auf den morgigen Silvesterlauf in Zürich, für den auch Chrigel gemeldet ist.

Bereits zum zweiten mal nach 2016 fand das Fanclubtreffen heuer in der Pizzeria Roma in Bubikon statt. Der Wechsel des Lokals war auch dem erfreulichen Umstand geschuldet, dass das Fanclubtreffen in den letzten Jahren auf immer grösseres Interesse gestossen ist und wir dieses Jahr wieder auf das grosszügige Platzangebot und die leckeren Menüs des Roma zurückgreifen durften.

Etwa 40 Gold- und Silbermember waren anwesend, als am 25. November um ca. 18 Uhr zum Apéro geladen wurde. Traditionsgemäss liess unser Zeremonienmeister Adrian danach Chrigels Jahr Revue passieren. In diesem Jahr hat ckr nur eine kleine Anzahl Wettkämpfe bestritten. Im Rückblick war gar nur von Chrigels Sieg am Altstätter Städtlilauf und der geknackten EM-Limite am Berlin-Marathon die Rede. Sein Sieg am diesjährigen Niederbipper Waffenlauf ging in der unüberschaubaren Menge der Wettkampfresultate von 2017 offenbar unter. Läuferisch stand Chrigis Laufjahr klar unter dem Motto „Qualität geht vor Quantität“. Ebenfalls im Fokus stand im Rückblick natürlich auch Chrigels und Valentinas Highlight des Jahres, ihre Hochzeit am 1. Juli, den ein grosser Teil der Anwesenden live miterleben durfte. Abschliessend versuchte Adi aufzuschlüsseln, was die Geheimnisse von Chrigels Erfolg sind. Kurz zusammengefasst kommt er zum Schluss, dass es die Kombination von unbestreitbar vorhandenem Talent, kluger Trainingsplanung, optimaler Betreuung, Chrigels Lockerheit und seiner Sozialkompetenz ist.

Einige Impressionen des Fanclubtreffens:

Fotos: Matthias Kreienbühl

Morgen ist wieder Zeit für den Zürcher Silvesterlauf. Zwischen zwei Weihnachtsshoppingwahnsinn-Sonntagsverkäufen gehören Zürich Gassen traditionsgemäss wieder den Läuferinnen und Läufern. Chrigels Start am morgigen Eliterennen (Start um 13:25) war bis vor kurzem noch ungewiss, da er während der letzten Woche noch von einer Erkältung und Husten geschwächt war. Nachdem sein Achillessehnen-Problem einen Start bereits in 2016 verhinderte, hat er sich nun aber für seine Teilnahme entschieden.

Seit letztem Jahr finden die Eliterennen in einem geänderten, vor allem für die Zuschauer deutlich attraktiveren Modus statt: gelaufen wird auf einer sehr kurzen Runde ums Fraumünster. Die Anzahl zu laufender Runden sowie die Gesamtdistanz sind auf der Homepage des Laufs nur gut versteckt unter den Zuschauerinfos zu finden. Es sind 14 Runden à 385 m zu laufen, was eine Distanz von 5.3 km ergibt. Im Verlaufe des Rennens werden nach jeder weiteren Runde die letztplatzierten Läufer aus dem Rennen genommen. Für die Zuschauer ist das Rennen spannend zu verfolgen und es bleibt zu hoffen, dass die Organisatoren in diesem Jahr den Überblick behalten und nicht wie im Rennen der Frauen 2016 eine potentielle Podestläuferin aus dem Rennen kommandieren.

Mit Spannung können wir Chrigels Auftritt erwarten. Einerseits war die unmittelbare Vorbereitung (wieder einmal) nicht ganz ohne Komplikationen und ausserdem muss sich Chrigel im sehr kleinen, hochklassig besetzten Feld als bekennender Langsamstarter und Langstreckenspezialist sputen, damit er das Rennen nicht schon zu früh beenden muss.

Der Fanblog drückt die Daumen und hofft, den einen oder anderen Fan an der Strecke anzutreffen.

Berlin – immer wieder eine Reise wert

Gestern war er also wieder, der Tag-X, den jeder Marathonläufer herbeisehnt und ihm mit stetig steigender Spannung entgegenblickt. Man fängt an, ganz genau in den Körper hineinzuhören und entwickelt in den letzten zwei Wochen vor dem Marathon, während derer der Trainingsumfang massiv zurückgeschraubt wird, zuweilen recht hypochondrische Zustände. Für Chrigel war Tag-X dieses Herbstes der Berlin-Marathon, den er zum dritten mal nach 2012 und 2015 in Angriff nahm. Von Verletzungen und Krankheit blieb ckr in seiner (zu) kurzen Vorbereitungsphase auf Berlin seit Juli verschont und auch die eingangs erwähnten Taperingwochen hat er schadlos überstanden, so dass er gestern gesund und motiviert pünktlich um 9:15 Uhr zu seinem ersten Marathonlauf seit Rio 2016 startete. Die herrschenden Temperaturen waren fürs Laufen eigentlich ideal, der Wind schwach, allerdings schien Petrus den später am Sonntag stattfindenden Wahlerfolg der AfD vorauszuahnen und schickte pünktlich zum Start erste Regenschauer über die Strecke.

Im Marathon gilt es, auf den ersten Kilometern ins Rennen zu finden, sich in einer Gruppe mit der richtigen Pace zu platzieren und sich damit kraftsparend möglichst weit ziehen zu lassen. Dieser Einstieg ins Rennen ist Chrigel dieses Mal nicht optimal geglückt. Zuerst war die eine Gruppe zu schnell, die andere zu langsam, so dass er schon früh alleine auf der Suche nach dem richtigen Platz unterwegs war. Christian selber bezeichnete es als Art Weckruf, was ihm etwas bei km 18 wiederfahren ist: ein Konkurrent ist ihm auf den Schuh getreten, worauf sich ckr als Asphaltsurfer versuchte und er sich bäuchlings rutschend auf dem Asphalt fortbewegen wollte. Das war das einzige mal, dass Chrigel froh war über die nassen Verhältnisse, weil dadurch die beim Vorfall entstehende Reibungsenergie geringer und die auftretenden Schürfwunden weniger heftig ausfielen, als dies bei trockener Strasse der Fall gewesen wäre. Der Schuldige des Malheurs zeigte sich sehr fair, half Chrigel beim Aufstehen und führte ihn wieder an die Gruppe heran. Danach war ckr aber wach und der Rest des Renens verlief, wie wir es von ihm gewohnt sind: den Halbmarathon passierte er in 1:09:10 h, danach setzte er zum für ihn typischen Negativsplit an, absoliverte die zweite Hälfte 63 s schneller als die erste und finishte in 2:17:17 h. Chrigel war damit der zweitschnellste Schweizer hinter Adrian Lehmann, der das Rennen in 2:15:12 beendete. Damit stehen Adi und ckr in der Selektionsrangliste für die EM 2018 in Berlin an erster und zweiter Stelle. Selbstverständlich ist damit zu rechnen, dass Tadesse Abraham nach überstandener Verletzungpause und erfolgreichem Comeback am Greifenseelauf die Selektionszeit im Marathon von 2:19:30 ebenfalls deutlich unterbieten wird. Chrigel und Adi können aber der Nominierung für den EM-Maraton vom 12. August 2018 durch Swiss Athletics zuversichlich entgegenschauen.

Seit kurzem tritt Christian als Laufexperte für Albis Reisen, den Spezialisten für Marathon-Reisen unter der Leitung von Markus Roth, in Erscheinung. Deshalb waren Chrigel und sein Team nach dem gestrigen Lauf und einer ersten, kurzen Phase der Erholung im Hotel bei der Reisgruppe von Albis Reisen zum Nachtessen eingeladen, an dem ckr von seinen Erlebnissen am Lauftag berichtete, den erfolgerichen Albis-Finishern zum Lauf gratulierte und diejenigen, die das Rennen aufgeben mussten, zum Weitermachen aufmunterte und viel Erfolg für den nächsten Versuch wünschte.

Vom ckr-Fanclub war auch noch Gold-Member Roger „Rats“ Coray aus Altstätten am Start in Berlin. Dessen unmittelbare Rennvorbereitung verlief in einer Art, welche die meisten anderen Leute schon vor dem ersten Laufschritt zur Aufgabe des Rennens veranlasst hätte. Sein Gepäck fand den Weg vom Flughafen Zürich bis ins Hotel bis zu seiner Abreise nicht und so war Rats komplettes Impriovisations- und Organisationsgeschick nötig, um den Berlin-Marathon dennoch in Angriff nehmen zu können. Von diesen Unanehmlichkeiten und dem mässigen Wetter liess er sich aber nicht beeindrucken, finishte ebenfalls und stellte in Berlin sogar eine neue PB auf.

Schon bei früheren Einsätzen von Chrigel wagten zahlreiche Spezialisten eine Prognose der Zeit, die ckr für seinen Marathon benötigen würde. Darin war bisher meist der Rheintaler Laufguru Alex Thür am erfolgreichsten. Auch dieses mal lag er mit seiner Prognose von 2:18:37 nicht weit daneben. Allerdings muss er sich dieses mal von Markus Hagmann, einem anderen Urgestein und x-fachen Schweizermeister im Steeple-Lauf geschlagen geben, der 2:17:12 h vorausgesagt hatte. Auch Rats hat sich in Berlin nicht nur als zäher Marathoni, sondern auch als Prophet für Chrigels Endzeit profiliert, wie das letzte Bild in nachfolgender Galerie zeigt (etwas Interpretationsspielraum ist vorhanden). Gespannt erwarten wir den Kampf der Orakel anlässlich Chrigels nächstem Einsatz.

Chrigel, noch einmal herzliche Gratulation zum famosen Lauf in Berlin 2017, der schon mindestens die halbe Miete für die EM 2018 in Berlin war.

 

 

Berlin 2017 als Sprungbrett für Berlin 2018?

Wir können vermuten, dass für Christian die WM 2013 in Moskau, die Heim-EM 2014 in Zürich, 2016 die EM in Amsterdam und vor allem die olympischen Spiele in Rio aus emotionaler Sicht die bedeutendsten Ereignisse sind. Um an solchen Events teilnehmen zu können, musste Chrigel sich jeweils über die gelaufene Zeit in einem möglichst schnellen Rennen qualifizieren. Im Falle der Disziplin Marathon bietet sich besonders derjenige in Berlin an, auf dessen Strecke auch die meisten Weltrekorde der letzten Jahre gelaufen wurden. Diese Tatsache hat ckr schon 2012 und 2015 genutzt und sich mit seinen beiden schnellsten Einsätzen über die klassische Distanz für die WM in Moskau und die olympischen Spiele in Rio qualifiziert.

Morgen ist es wieder so weit: der 44. Berlin-Marathon findet statt und Chrigel wird auch an der Startlinie stehen. Wie bereits  berichtet, war ckr’s Aufbau auf den Berlin-Marathon wegen der langwierigen Probleme mit der Achillessehne kurz. Seit Anfangs Juli konnte er aber beschwerdefrei und ohne krankheitsbedingte Unterbrüche trainieren. Nach seinem grandiosen Auftritt am Altstätter Städtlilauf vor zwei Wochen sind die Erwartungen an den morgigen Marathon nicht nur beim Fanclub gestiegen. Auch Christian setzt sich zum Ziel, möglichst nahe oder gar unter die Qualifikationszeit von 2:19:30 h für die ebenfalls in Berlin stattfindenden Europameisterschaften 2018 zu laufen.

Im morgigen Rennen wird der Fokus der Berichterstattung sich vor allem auf den Dreikampf der Marathongrössen Kipchoge/Bekele/Kipsang um den Weltrekord richten. Der ckr-Fanblog wird aber genau beobachten, wie sich Christian und die restlichen Schweizer Teilnehmer behaupten.

Go Chrigel, Berlin ist deine Stadt!

Der Start des Berlin-Marathons ist um 9:15, er wird im TV auf ARD und rbb übertragen. Im Web und per App (iOS / Android) kann das Rennen mit Live-Tickern verfolgt werden.

Zurück auf der Siegerstrasse

Am letzten Samstag fand der 32. Altstätter Städtlilauf statt, an dem Christian nach über einem Jahr Pause ins Wettkampfgeschehen zurückgekehrt ist. Soviel sei schon vorweggenommen: Chrigel hat auf eindrückliche Art gezeigt, wer am Städtlilauf auch nach nicht optimaler, sehr kurzer Vorbereitung der Platzhirsch ist. Herzliche Gratulation zum souveränen, ungefährdeten Sieg in Altstätten!

Der Städtlilauf war in diesem Jahr ausnahmsweise eine ziemlich verregnete Angelegenheit. Weil die Temperaturen nicht allzu tief waren und der Regen nicht so stark, wie die Prognosen befürchten liessen, waren die Bedingungen für die Läufer gut. Die Zuschauerkulisse in der Marktgasse und an anderen, üblicherweise gut besuchten Schlüsselstellen der Strecke, litt aber stark unter dem Hundewetter.

Als stärkste Konkurrenz für ckr waren die afrikanischen Stammgäste Nesero, Mohammednur und Abusha, sowie die Einheimischen Fabian Anrig, Armin Flückiger und Wundertüte Florian Suter (Goldsprint oder nicht Goldsprint?) einzuschätzen. Wie immer überliess Chrigel den Sprint um das Goldvreneli einem schnellen Jungspund. Dieses Jahr war der Empfänger des Goldschatzes wieder Florian Suter. Trotz des Sprintefforts beendete dieser das Rennen auf dem sehr beachtlichen 3. Rang.

Der Rest des Rennens war eindrücklich zu verfolgen und ist schnell erzählt. Ab der ersten grossen spulte Chrigi seine Runden in bemerkenswerter Konstanz ab, enteilte sämtlichen Konkurrenten und vergrösserte seinen Vorsprung auf den Zweitplatzierten Fabian Anrig bis ins Ziel auf eine Minute. Christians Zeit bei seinem dritten Sieg in Altstätten ist 26:51 min. Für seinen Rekordlauf von 2012 benötigte ckr 26:17 min und im Jahr 2015 war seine Siegerzeit 26:42 min.

Der Vergleich der Zeiten von 2015 und 2017 liesse den Schluss zu, dass Chrigi in Berlin in der Lage sein müsste, in die Nähe seiner Marathon-PB von 2:13:57 h zu laufen. Die lange und intensive Phase mit alternativem Training im letzten Winter und diesen Frühling hat Chrigels Schnelligkeit auf kürzeren Strecken offensichtlich kaum verschlechtert. Ob und wie sich der kurze Aufbau für den Berlin-Marathon auf ckr’s Leistungsfähigkeit jenseits von 30 km auswirken wird, werden wir am 24. September erfahren.

(Fotos: René Michlig)

Wettkampfpause beendet

Gut ein Jahr nach seinem Einsatz am Olympia-Marathon in Rio findet Chrigels läuferische Wettkampfschöpfungspause endlich ein Ende. Am nächsten Samstag wird er nicht nur als gern gesehener Gast oder Ehrenstarter in Altstätten anzutreffen sein, sondern in Wettkampfausrüstung an der 32. Austragung des Städtlilaufs an der Startlinie stehen und versuchen den jungen Wilden und den afrikanischen Konkurrenten Paroli zu bieten.

Das OK-Team des Städtlilaufs kann von Glück reden, dass der Lauf nicht am letzten Wochenende geplant war. Schon 2014 kam es zu massiven, durch den Stadtbach verursachten Überschwemmungen in Altstätten. Durch die starken Regenfälle in der Nacht vom letzten Freitag auf Samstag wiederholte sich das Szenario, aber auf Grund der damals getroffenen Massnahmen waren die Schäden in diesem Jahr weniger gravierend. Eine Austragung des Städtlilaufs wäre jedoch am letzten Samstag undenkbar gewesen.

Christian ist es sich mittlerweile schon gewohnt, von den Organisatoren des Städtlilaufs in allen möglichen, bereits erwähnten Funktionen eingespannt zu werden. Neu ist in diesem Jahr eine Autogramm(halbe)stunde von Chrigel in Zusammenarbeit mit dem lokalen Geschäft chantal – Schmuck und Uhren, dessen Verkaufslokal sich unmittelbar beim Zieleinlauf befindet. Die Autogrammsession findet am Samstag von 16:30 bis 17:00 statt und wir hoffen auf rege Teilnahme des Publikums.

Im heutigen „Zürcher Oberländer“ ist ein sehr lesenswerter Artikel über ckr, seine anstehenden Wettkämpfe sowie die mittelfristigen Aussichten bis zur EM 2018 zu lesen, den er auf seiner Website veröffentlicht hat.

Nun wünschen der ckr-Fanblog und die Fangemeinde Chrigel bei seinem Wiedereinstieg ins Wettkampfgeschehen viel Erfolg.

Ein Jahr später

Genau heute vor einem Jahr hat der olympische Marathon in Rio stattgefunden. Dies war Christians letzter Wettkampf (abgesehen vom 10 km Charity-Lauf des LGT-Marathons anlässlich seines Poltertages), den er auf Grund des Stellenwertes dieses „once in a lifetime“-Ereignisses trotz seiner ihn schon damals seit längerer Zeit begleitenden körperlichen Beschwerden durchzog. Das Rennen bestritt ckr in seiner gewohnten Dieselstart-Manier und kämpfte sich während des Wettkampfs von ganz hinten bis ins Mittelfeld vor.

Danach blieb Chrigel dem Wettkampfgeschehen leider bis jetzt fern, absolvierte jedoch während des letzten Winters unter Leitung seines Privatcoachs Valentina unzählige Kilometer auf den Langlaufskiern inkl. Teilnahme am Engadiner Skimarathon. Nach der Schneeschmelze verlagerte er sein Alternativtraining vor allem auf die Fahrradstrecken.

Falls man überhaupt von einem guten Zeitpunkt für eine Verletzungspause sprechen kann, wurde Chrigel diese nicht zur schlechtesten Zeit aufgezwungen: nach den olympischen Spielen war vor der Hochzeit, es gab viel vorzubereiten. Über den Poltertag haben wir berichtet, die Hochzeit von Valentina und Chrigel fand am 1. Juli in Samedan statt. Es war ein wunderbarer Hochzeitstag, das Engadiner Wetter zeigte sich dem frisch vermählten Ehepaar von einer viel besseren als prognostizierten Seite und bei der abschliessenden Feier war das Brautpaar wie gewohnt enorm ausdauernd.

Just zur Hochzeit, nachdem ckr seinen Achillessehnen auf Grund der Erfahrungen am Hochzeitsfest damit drohte, die weitere sportliche Karriere als Tänzer zu planen, entschieden sich diese, ihre Tätigkeit wieder aufzunehmen und Chrigel ohne Knurren wieder in Laufschuhen fortzubewegen. Seit Anfang Juli entwickelt sich das Training mit den entsprechenden Umfängen wieder so gut, dass er sich entschieden hat, nach Berlin, der Stätte seiner grössten Erfolge zurückzukehren, um den diesjährigen Marathon zu laufen. Die Ziele lesen sich, wie man es sich von Chrigel gewohnt ist, sehr zurückhaltend: Hauptsache ist das beschwerdefreie Laufen im Training und den anstehenden Wettkämpfen. Als Ziel definiert er für den Berlin-Marathon eine Zeit zwischen 2:30 h und der Limite für die Europameisterschaften 2018 in Berlin, welche auf 2:19:30 festgelegt wurde. Chrigel hat letzte Woche in der Höhe im Engadin einen Longrun über 35 km in einer Pace von 3:41 min/km absolviert. Zieht man den Vergleich zum gleichen Zeitraum in 2015, als er in Berlin mit 2:13:57 h die Limite für Rio lief, hat er diesen Longrun sogar etwas schneller, jedoch bei höherer Intensität absolviert. Wenn man die Pace auf den Marathon hochrechnet, kommt man bei diesem Trainingslauf auf eine Zeit von 2:35 h, also schon sehr nahe bei dem von ckr formulierten Minimalziel. Es ist sicher nicht unrealistisch, dass Chrigel in Berlin schon sehr nahe an oder gar unter die EM-Limite laufen wird. Bei dem aktuell herrschenden Niveau in der Schweizer Marathon-Szene kann man jedoch damit rechnen, dass eine Zeit von 2:19.30 nicht ausreichen wird, um in Berlin an der EM 2018 dabei zu sein. Daher betrachtet Christian den Berlin-Marathon von diesem September auch als Test und Vorbereitung für einen schnellen Qualifiktions-Marathon im Frühling 2018.

Wie immer steht aber zwei Wochen vor dem Berlin-Marathon noch der Altstätter Städtlilauf an, bei dem Chrigel in den letzten Jahren immer dabei war, ob als Läufer, Ehrenstarter oder gern gesehener Gast und Ehren-Rheintaler. In diesem Jahr wird er wieder in den Wettkampfmodus schalten. Die Vorschau folgt noch.

Polterweekend

Der Fanclub lebt noch. Wichtiger ist allerdings, dass Chrigel auch wohlauf ist. Sportlich waren von ihm seit seinem Einsatz in Rio keine Grosstaten zu vermelden. Grund dafür waren einerseits die hartnäckigen Verletzungssorgen, die ckr schon lange begleiteten und zudem musste der Sport sich in letzter Zeit ins zweite Glied stellen, weil Chrigel seine Valentina am 1. Juli heiraten wird.

Vor der Hocheitsfeier stand allerdings noch der Polter-Oobig, bzw. -Tag an, den Chrigel gestern zu meistern hatte. Der erste Programmpunkt an diesem Tag war der LGT-Marathon, an dem Chrigel nicht die ganze Strecke, sondern – einmal soll die Verletzungsgeschichte ihm auch mal was nützen – nur den ersten, flachen Streckenabschnitt über 10 km von Bendern nach Vaduz in original Waffenaluf-Bündner-Langläufer-TVO-Bekleidung zu bewältigen hatte.

Diese erste Hürde seines Abschieds vom Junggesellenleben meisterte Chrigel bravourös, eine offizielle​ Rangliste gibt es für den Pink Ribbon Charity Lauft zur Unterstützung von Brustkrebsopfern nicht, als Beleg dienen ckr’s gewissenhafte Strava Aufzeichnungen (hier) auch ein speziell für ihn kreiertes Segment holte sich Chrigel). Nach dem Grosserfolge des TVO’s am LGT-Marathon, die ersten vier Ränge der Teamwertung wurden von Temas des TVO’s belegt: Link zur Rangliste, stand noch die kombinierte Feier von Rats-Geburtstag (Wer ist Rats?) und Chrigels Polter-Oobig an. Dem Polter-Oobig-Ehrenkodex folgend werden von diesen Festivitäten keine Beiträge oder Fotos veröffentlicht. Es kann festgehalten werden, dass es auch am Abend zu keinen nennenswerten Personenschäden kam und sich der Bräutigam hervorragend aus der Affäre gezogen hat.