Der Guru

„Rheintaler Lauf-Urgestein“, „Guru-Hüpfer“, „Lauf-Weiser“ oder in Anlehnung an den grossen Emil Zatopek die „Hinterforster Lokomotive“. Dies sind einige der Spitznamen, die Alex Thür schon verliehen wurden. Seit letztem Jahr dürfen er und die Altstätter Donnschtig-Hüpfer sich auch noch Gold-Member in unserem exklusiven Club nennen, was der Anlass ist, euch die Rheintaler Laufgruppe und deren Gründer etwas näher vorzustellen.

Guru

Alex Thür (rechts) als Chef der Festwirtschaft am Altstätter Städtlilauf

Die Donnschtig-Hüpfer wurden vor über 20 Jahren von Alex Thür und einem seiner Arbeitskollegen gegründet. Alex stand zu dieser Zeit in der Blüte seiner sportlichen Karriere und zählte zu den besten Läufern der damals noch sehr kompetitiven Waffenlaufszene. Obwohl selber ein leistungsorientierter Wettkampfläufer, war es Alex schon in seiner aktiven Zeit wichtig, seine Erfahrungen weiterzugeben (auch als einer der Gründerväter des Altstätter Städtlilaufs) und den Austausch mit Kollegen beim lockeren Training mit den Donnschtig-Hüpfern – seine damaligen Gefährten würden wohl zu bedenken geben, dass es nur für ihn locker gewesen sei – und beim anschliessenden Nachtessen zu pflegen. „Locker“ ist im Kreise der Donnschtig-Hüpfer ein geflügeltes Wort. Der Schreibende hat während seiner 5 Trainigsjahre im Kreise der Hüpfer einige lockere Trainings miterlebt, während derer es ohne weiteres möglich war, dass schon die vom Städtlilauf bekannte Kugelgasse ca. 0.5 km nach Beginn des Trainings die ersten Opfer forderte, der Sprint hinauf vom Hinterforst nach Eichberg eine weitere Selektion herbeiführte und sich die verbleibenden 5 Läufer auf dem Weg von Oberriet zurück nach Altstätten in 4 Gruppen aufzusplitten vermochten. Solche Trainings lösten beim Guru-Hüpfer Alex stets Kopfschütteln und einen Schwall mahnender Worte aus. Wir wissen allerdings, dass er keinen Deut besser war, was er selber auch unumwunden zugibt. Seiner Meinung nach sollen die jüngeren Läufer, um dereinst ein noch besseres läuferisch Niveau als er selber zu erreichen, nicht alle Fehler wiederholen, die er begangen habe – und das seien so ziemlich alle gewesen, die man sich vorstellen könne.

Der Guru war vor allem ein Spezialist für die kürzeren Waffenläufe. Dies hinderte ihn aber nicht daran, auch am Langdistanz-Waffenlaufklassiker in Frauenfeld Podestränge zu belegen. Zweimal konnte er sich in seiner Kategorie am Frauenfelder als Sieger feiern lassen. Alex war der typische Strassenläufer, den mit der Rundbahn keine innige Freundschaft verband. Eher im Gegenteil zwang ihn diese anlässlich seiner Teilnahme an den Marathon Schweizermeisterschaften, die seinerzeit im Rheintal stattfanden, in Form von beidseitigen Wadenkrämpfen auf den letzten auf der Bahn zu laufenden Metern sprichwörtlich in die Knie. Seine zivilen Marathons lief Alex ausserhalb der Waffenlaufsaision ohne spezifische Vorbereitung mit der Taktik „watt hesch, da hesch“, die in seinem Fall bedeutete, den Halbmarathon deutlich unter 70 Minuten zu passieren und danach ums Überleben zu kämpfen. Aus dieser Harakiri-Taktik resultierte die beachtliche und immer noch bestehende Donnschtig-Hüpfer Marathonbestzeit von 2:23:XX. Am „XX“ ist abzulesen, dass Alex kein grosses Aufhebens um seine Erfolge macht.

Seine Kraft liegt in der Bescheidenheit und Ruhe und man merkt, dass er längst im Leben nach dem Spitzensport angekommen ist und die Bestätigung nicht mehr im Kampf „Mann gegen Mann“ sucht. Das bedeutet aber nicht, dass er die Zeit vertrödeln würde. Alex ist Abteilungsleiter in einem Industriebetrieb in Altstätten, Vater zweier erwachsener und in der Laufszene ebenfalls bekannter Kinder, Haus- und Kleintierzoo-Besitzer (Stichwort „Hinterforster Meerschweinchen-Schwemme“, Studien zur Kompatibilität von Hängebauchschweinen und Zwerggeissen im selben Gehege…). Aktuell ist das Schaffen von Alex und seiner Frau Karin von Kunst, Kultur und Immobilien geprägt. Dies äussert sich so, indem in Altstätten an strategisch günstiger Lage von den Thürs Immobilien erworben werden, die dann in Eigenregie und mit viel eigenem Schweiss aus- und umgebaut werden. All diese Aktivitäten sind auch der Grund, weshalb Alex nicht zu Chrigels erstem Fantreffen erscheinen wird. Weil in seinem neusten alten Haus seine Frau in Kürze ihr Atélier eröffnen soll, nächste Woche zudem der erste Mieter erwartet wird und die Küche erst letzte Woche bestellt wurde, gibt es noch einiges zu erledigen. Wir können aber sicher sein, dass der Guru ruhig Blut bewahren wird.

Chrigels Marathon-PB von Berlin 2012 wurde vom Guru auf Grund des Eindrucks, den er von ckr am Städtlilauf gewonnen hat, praktisch auf die Sekunde genau vorausgesagt, was eine gute aber längst nicht die einzige Erklärung für den Ursprung dieses Spitznamens liefert.

Nach dem Exkurs zu unseren Goldmembern fokussieren wir uns in Kürze wieder voll auf Chrigels sportliche Leistungen. Zuerst laden wir aber morgen unsere Silber- und Goldfans zum 1. ckr-Fantreffen in Rüti ein, lassen das vergangene Jahr Revue passieren und werden vor allem Chrigel und ein wenig auch den Fanclub feiern.

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Ein Kommentar zu “Der Guru

  1. Pingback: Christian Kreienbühl | Marathonläufer | Goldige Fans

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